Mobilität sicher gestalten.

Hintergrund

Das Gesetz

Die Verpflichtung zur Gefährdungsbeurteilung ist seit 1996 für sämtliche arbeitsbedingte Bereiche in der EU-Richtlinie 89/391 sowie in nationalen Gesetzgebungen, z.B. im deutschen Arbeitsschutzgesetz §5, festgelegt. Für viele Tätigkeiten existieren bereits systematische Analysen von möglichen Gefährdungen (z.B. chemische, elektrische, mechanische Gefährdungen, etc.), die für die Ableitung von Arbeitsschutzzielen durchgeführt werden. Auch die Erfassung psychischer Belastungen und Vermeidung psychischer Fehlbeanspruchungen gehört zu den Pflichten der Arbeitgeber. Für den Bereich der arbeitsbedingten Mobilität, also beispielsweise für die Bewältigung von Arbeitswegen, Dienstfahrten und Betriebsfahrten, gibt es jedoch noch keine umfassende Gefährdungsbeurteilung.

Der Bedarf

Hier ergibt sich allerdings ein großer Bedarf allein durch die Tatsache, dass sich mehr als die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle im Straßenverkehr ereignen. Neben diesen bedauerlichen Todesfällen entstehen weiterhin durch leichte bis schwere Personenschäden Fehlzeiten, die ca. 30% länger andauern als bei anderen Arbeitsunfällen. Nicht in den öffentlichen Unfallstatistiken verzeichnet sind die mehreren Millionen Euro hohen Sachschäden, die durch Verkehrsunfälle entstehen und ebenfalls von den Unternehmen, direkt oder über die Versicherungssummen, getragen werden müssen. Vor dem Hintergrund der Prognosen, die von einer Zunahme der berufsbedingten Verkehrsteilnahme in den kommenden Jahren ausgehen, ergibt sich eine zusätzliche Brisanz. 

Fazit

Die Entwicklung einer mobilitätsbezogenen Gefährdungsbeurteilung ist dringend notwendig, um menschliches Leid sowie Kosten für Unternehmen und Organisationen zu vermindern! Daher finanzieren der DVR und die DGUV dieses mehrjährige Projekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena, um allen Zielgruppen eine umfassende Unterstützung zu gewährleisten, die auf empirisch geprüften Zusammenhängen basiert.